Vereinsgeschichte
Vereinschronik von 1952 – 1992
Der Schützenverein „Enzian“ Villersbronn feiert sein 40jähriges Gründungsfest mit Fahnenweihe. Dies ist sicher ein guter Grund auf die Entstehung des Vereins und seine Entwicklung zurückzublicken.
Am 25. Oktober 1952 kamen 14 vom Schießsport begeisterte Männer im Gasthaus Vaas in Villersbronn zusammen und beschlossen, einen Schützenverein ins Leben zu rufen.
Die Gründungsmitglieder waren damal
| Vaas Josef sen. | Hsnr. 21 |
| Gebele Franz | Hsnr. 20 |
| Hahn Karl | Hsnr. 4 |
| Ilg Xaver sen. | Hsnr. 8 |
| Gebele Josef | Hsnr. 11 |
| Vaas Josef jun. | Hsnr. 21 |
| Seckler Paul | Hsnr. 10 |
| Engelhardt Otto | Hsnr. 7 |
| Ilg Eugen | Hsnr. 1 |
| Schreiber Bernhard | Hsnr. 4 |
| Seckler Hans | Hsnr. 10 |
| Ilg Xaver jun. | Hsnr. 8 |
| Makohon Simon | Hsnr. 12 |
| Ilg Alfons | Hsnr. 1 |
Die Leitung des Vereins setzte sich wie folgt zusammen:
| Vaas Josef sen. | 1. Vorstand |
| Gebele Franz | 2. Vorstand |
| Hahn Karl | Schriftführer und Kassier |
| Seckler Paul | Ausschussmitglied |
| Ilg Xaver sen. | Ausschussmitglied |
Die Statuten von 1952
Unter dem Namen „Schützenverein Enzian“ besteht mit dem Sitze in Villersbronn eine freie Vereinigung.
Zweck des Vereins ist gesellige Unterhaltung.
Die Aufnahme geschieht nach vorangegangener schriftlicher oder mündlicher Anmeldung beim ersten Vorstand und erfolgt in der nächstfolgenden Monatsversammlung durch Abstimmung der Mitglieder.
Die Verwaltung besteht aus einem ersten und einem zweiten Vorstand, Schriftführer und Kassierer, sowie zwei Ausschussmitgliedern.
Jedes einzelne Mitglied haftet für seinen Schuss.
Jedes Jahr findet eine Generalversammlung statt, welche vorher bekanntgegeben wird.
Jedes Mitglied hat 3,– DM Aufnahme und monatlich zehn Pfennig Beitrag zu entrichten.
Der Austritt wird nur nach schriftlicher oder mündlicher Anzeige beim Vorstand als gültig betrachtet, auch hat der Austretende keinen Anspruch auf das Vereinsvermögen, sondern ist verpflichtet alle rückständigen Beiträge an die Vereinskasse abzuliefern.
Sobald der Verein weniger als fünf Mitglieder zählt, ist er als aufgelöst zu betrachten. Das noch vorhandene Vereinsvermögen steht den noch übrigen, sowie allen innerhalb des letzten Jahres ausgetretenen Vereinsmitgliedern zur Verfügung, welche auch für die Schulden haftbar sind.
Das erste Schießen im Verein fand am 2. November 1952 in der Wirtsstube an einem Stand im Gasthaus Vaas statt. Hierzu wurde ein neues Gewehr mit gezogenem Lauf Marke „Walter“, Modell 51, zum Preis von 74,– DM bei Max Dumbeck in Dinkelsbühl angeschafft.
Das erste Preisschießen fand am 3. Januar 1953 im Schützenlokal statt und wurde mit 64 Schützen besucht. Regelmäßig wurden jetzt Schießabende durchgeführt. Dabei pflegte man vor allem das gesellige und kameradschaftliche Schießen. Jeder Schütze durfte 5 Schuss abgeben und bei fast jedem Schießen wurde auch eine Ehrenscheibe herausgeschossen. Gewinner war der Schütze, der den besten Schuss abgegeben hatte. Dieser stiftete meistens wieder eine Scheibe für das nächste Schießen.
Auch nahm der Verein an vielen Preisschießen befreundeter Vereine teil und hielt selbst jedes Jahr eines ab. Das zweite Vereinsgewehr Marke „Walter“ mit Steckschloss wurde im Jahre 1954 zum Preis von 205,– DM gekauft.
Der Mitgliederstand hatte sich mittlerweile von anfangs 14 auf 22 Mitglieder erhöht. Im Jahr 1956 wurde der Schießraum von der Wirtsstube (wo bisher immer noch auf einen Schießstand geschossen wurde) in den vorhandenen Tanzsaal verlegt und auf zwei Schießstände erhöht.
In den folgenden Jahren lief alles seinen sogenannten gewohnten Gang. 1966 trat der Schützenverein dem Deutschen Sportschützenbund bei und beteiligte sich erstmals im Sommer 1967 am Gauschießen in Schopfloch. Der sportliche Erfolg hierfür ließ allerdings zu wünschen übrig. Auch wurden nun Leistungsnadeln des Bayerischen Sportschützenbundes herausgeschossen mit teilweise recht guten Ergebnissen. Der Höhepunkt in den Vereinsjahren war jedoch der fast jährlich durchgeführte Vereinsausflug.
Anfangs der 70er Jahre sank das Interesse am Schießen merklich. So wurde die Zahl der aktiven Schützen von Jahr zu Jahr kleiner. Die Mitgliederzahl nahm rapide ab, teils durch Wegheirat aktiver Schützen, teils durch Desinteresse dem Schützenverein gegenüber, sowie durch härtere Vorschriften der Behörden. So blieb dem Verein nichts anderes übrig, als am 18. November 1974 dem Landratsamt Ansbach seine vorläufige Stilllegung mitzuteilen.
Hierzu eine letzte Aktennotizschrift:
„Damit ist nach über 22 Jahren der Schützenverein „Enzian“ stillgelegt. In dieser Zeit fanden sich die Schützen 237mal zu Schießübungen im Vereinslokal ein. Es wurden 74 Ehrenscheiben geschossen. Manche Stunden des kameradschaftlichen Beisammenseins werden den Mitgliedern in Erinnerung bleiben. Das gesellige Vereinsklima wurde in all diesen Jahren gepflegt und in der kleinen Ortschaft ebenso geschätzt. Durch härtere Vorschriften der Behörden ist somit eine Weiterführung unseres kleinen Vereins nicht mehr gegeben und gleichzeitig ist nun ein weiterer Ast unserer ländlichen Dorfgemeinschaft abgebrochen.“
Erwähnenswert ist noch, dass sich die Vorstandschaft in den 22 Jahren nicht verändert hat. Vier Jahre später kam seitens der Dorfjugend der Wunsch auf, wieder einen geselligen Verein zu gründen. Man erinnerte sich an den „ehemaligen“ Schützenverein und beschloss, diesen wieder neu ins Leben zu rufen.
Die Wiedergründungsmitglieder waren die gesamte Dorfjugend von Villersbronn mit den noch treu gebliebenen Anhängern des „alten“ Schützenvereins.
Am 8. August 1978 fanden sich zur Wiedergründung und Weiterführung des ehemaligen Schützenvereins unter dem Namen Schützenverein „Enzian“ Villersbronn 26 damals noch junge Burschen und Mädchen zusammen, sowie sechs Mitglieder aus dem 1974 stillgelegten Verein. Als Vereinslokal wurde das Gasthaus Vaas bestimmt.
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Die zukünftige Leitung des Vereins für die nächsten zwei Jahre setzte sich wie folgt zusammen:
| Schießleiter und gleichzeitig Ausschussmitglieder:
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Die neu gewählte Führungsmannschaft ging sogleich mit vollem Eifer an die Arbeit, um die behördlichen Auflagen zu erfüllen. Am 13. Oktober 1978 war dann das erste Ziel erreicht, als nach Abnahme der beiden neuen Kurbelzugstände dem Verein die Schießbetriebserlaubnis durch das Landratsamt Ansbach zugeteilt wurde.
Als man sich dann zum langersehnten ersten Schießabend traf, erschienen fast alle 32 Vereinsmitglieder. Zur Freude aller konnte 1. Schützenmeister Franz Ilg das neue vereinseigene Gewehr vorstellen (Marke Anschütz, gekauft für 150,– DM erworben). Die beiden Gewehre mit Inventar des alten Vereins sind bei der Stilllegung 1974 veräußert worden. Bis man sich ein zweites Gewehr leisten konnte, stellte Hans Gebele sein privates zur Verfügung.
Um die Schießabende so abwechslungsreich wie nur möglich zu gestalten, wurde die Idee verwirklicht, jeden Schießabend ein kleines Geschenk wettkampfmäßig herauszuschießen. Der Gewinner stiftete beim nächsten Übungsschießen ein neues Geschenk, wobei er bestimmen durfte, auf welche Weise es herausgeschossen werden sollte. Schon nach wenigen Schießabenden legten einige Schützen verhältnismäßig gute Ergebnisse vor.
Im Frühjahr 1979 kleidete sich der Verein mit einer grünen Samtweste und dem dazu passenden Schützenhut neu ein. Zur Aufbesserung der Vereinskasse hielt man am Jahresende eine Weihnachtsfeier mit einer kleinen Tombola ab. Jetzt wurden auch mehrere Preisschießen besucht, jedoch musste man sich noch mit den hinteren Plätzen begnügen. Die Begeisterung der Mitglieder am Schießsport wurde trotzdem von Jahr zu Jahr größer, ebenso stieg die Zahl der Mitglieder.
Um an den Rundenwettkämpfen des Schützengau Hesselberg teilnehmen zu können, beschloss man die vorhandenen zwei Schießstände auf drei zu erweitern. Ein geforderter vierter Stand konnte aus Platzgründen nicht eingerichtet werden. Im Vereinsjahr 1981 beteiligte man sich dann zum erstmal mit einer Mannschaft in der C-Klasse an den RWK des Schützengau Hesselberg. Hierzu wurden zwei neue Luftgewehre (Marke Anschütz) gekauft. Auf die Schießbereitschaft unserer Mannschaft waren wir stolz. Um noch mehr Schützen zum Schießsport zu aktivieren, wurde nun jährlich ein Vereinsmeister herausgeschossen. Erster Vereinsmeister wurde Roswitha Ilg mit 156 Ringen im Jahr 1982.
Die Mitgliederzahl hatte sich von 1978 bis 1981 von 32 auf 43 Schützen erhöht.
Auch das gesellige Vereinsleben kam nicht zu kurz. Angefangen beim „Maibaumaufstellen“ über Vereinsausflüge, Freundschaftsschießen mit benachbarten Vereinen, sowie das alljährlich stattfindende Grillfest in der Maschinenhalle der Familie Seckler bis hin zur Nikolaus- und Weihnachtsfeier ist für Abwechslung gesorgt. Der SV Enzian nahm auch an den Königsproklamationen der benachbarten Schützenvereine Wilburgstetten, Wittenbach, Weiltingen und Segringen teil.
1983 wurde durch die Vereinslokalbesitzer, Familie Vaas, dem Verein mitgeteilt, dass aus Altersgründen das Aufrechterhalten des Schießsportes in den nächsten Jahren nicht sichergestellt werden kann. Es wurde nahegelegt, sich nach einem anderen Schießlokal umzusehen. Nach längerem hin und her und fast endlosen Diskussionen beschloss der Verein in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, ein eigenes Schützenhaus zu bauen. Dies sollte das so gut florierende Vereinsleben und das Weiterbestehen des Vereins sichern.
gesagt – getan
Nachdem von der Gemeinde Wilburgstetten dem Schützenverein ein Grundstück zur kostenlosen Nutzung zugesichert war, ließ sich der SV Enzian am 13. Mai 1985 ins Vereinsregister eintragen.
Bevor nun mit einem Schützenhausneubau begonnen werden konnte, war noch ein mühevoller Behördenweg zu erledigen. Auch musste ein Finanzierungsplan erarbeitet werden, da die Eigenmittel des Vereins sehr beschränkt waren. Doch Dank aller Vereinskameraden, besonders durch den Einsatz der Vorstandschaft (Franz Ilg, Xaver Ilg, Hans Gebele, Barbara Seckler) wurde diese erste Hürde gemeinsam überwunden.
Am 10. Mai 1986 kam die langersehnte Genehmigung des BSSB zum vorzeitigen Baubeginn. Der Bau selbst wurde dann in einer bis dahin beispiellosen Gemeinschaftsaktion der Mitglieder vollzogen.
Die Gemeinde Wilburgstetten stiftete aus ihren Holzbeständen das Bauholz, das von den Schützen gefällt und geschält und mit eigenen Fuhrwerken zum Sägewerk abtransportiert und wieder abgeholt wurde. Mit dem vom Vereinsmitglied und Maurermeister Alfons Launer jun. gefertigten Bauplan konnte am 14. Mai 1986 mit dem Ausheben der Baugrube begonnen werden. Dann ging es Schlag auf Schlag voran.
Für die bauliche Ausführung zeigte sich Vereinsmitglied und Maurer Fritz Schmidt verantwortlich.
Im September des gleichen Jahres konnte schon Richtfest gefeiert werden (was von manchen Schützenkameraden recht wörtlich genommen wurde).
Im Mai 1987 war es dann endlich soweit: wir schossen zum ersten Mal im eigenen Vereinsheim auf zunächst sechs Ständen, die wir mittlerweile auf 12 Stände erweitern konnten. Der Bau war zwar noch nicht vollendet, aber so nach und nach wurde er zu dem, was er heute darstellt.
Die veranschlagten Baukosten von 320.000 DM konnten in Grenzen gehalten werden, da die Vereinsmitglieder ausnahmslos in ihrer Freizeit, an den Feierabenden und im Urlaub freiwillig am Neubau arbeiteten. Es wurden über 10.000 freiwillige Arbeitsstunden geleistet. Einen weiteren Zuschuss für den Schützenhausbau erhielt der SV Enzian vom Landkreis Ansbach, vom Bezirk Mittelfranken, sowie den Löwenanteil vom Bayerischen Sportschützenbund.
Die festliche Einweihung fand vom 23. – 25. Juni 1989 unter Mitwirkung von Pfarrer Hans Sing und seinem Kollegen Ernst Sapper aus Illenschwang statt.
Weitere Ehrengäste waren der damals stellvertretende Landrat des Landkreises Ansbach, Herr Dr. Hermann Schreiber, 1. Gauschützenmeister des Schützengaues Hesselberg, Herr Herbert Hansel, und 1. Bürgermeister der Gemeinde Wilburgstetten und Schirmherr der Einweihungsfeier, Herr Günter Weiß. Am Einweihungsschießen vom 3. bis 16. Mai 1989 nahmen 303 Schützen aus dem Schützengau Hesselberg teil.
Nachdem der Schützenhausneubau beendet war, konnte sich der Verein wieder voll seinen eigentlichen Interessen, nämlich dem Schießsport, widmen. Bei den RWK beteiligte man sich nun schon mit 2 Mannschaften der Schützenklasse, mit einer B- und einer C-Mannschaft und erstmals mit einer Damenmannschaft. Bei den RWK ist man mittlerweile in die A-Klasse aufgestiegen.
Im Jahr 1988 war eine weitere Premiere vorgesehen: durch die Spende einer Königskette von Vereinsmitglied Dr. Albrecht Rüdel aus Wilburgstetten wurde das Herausschießen eines Schützenkönigs möglich. Der erste Schützenkönig des SV Enzian hieß Gerhard Beißer aus Grüb.
Ein weiterer Höhepunkt im Vereinsleben des Schützenvereins war im Jahr 1989: beim Gauschießen in Weidelbach wurde Alfred Gebele Gaukönig mit einem 70ig-Teiler, was natürlich anschließend ausgiebig gefeiert wurde.
In den nachfolgenden Jahren haben viele Vereinsmitglieder mit Begeisterung an zahlreichen Schützenfesten und Fahnenweihen teilgenommen. Der Wunsch nach einer eigenen Vereinsfahne wurde immer sehnlicher. So beschloss die Mitgliederversammlung am 27. Januar 1990 für das Jahr 1992 das 40jährige Bestehen mit Fahnenweihe zu feiern.
Der Schützenverein „Enzian“ Villersbronn e.V. zählte im Jubiläumsjahr 1992 80 Mitglieder, unter ihnen sind 26 Damen und 3 Jugendliche. Für die aktiven Schützen standen sechs vereinseigene Luftgewehre, eine Luftpistole sowie ein Jugendgewehr zur Verfügung.
Des Weiteren 12 elektrisch betriebene Zugstände und vier Handkurbelstände. Ferner war im Schützenhaus noch eine kleine Küche, ein gemütlicher Aufenthaltsraum und ein Saal für ca. 60 Personen vorhanden (bei Abbau von sechs Schießständen).
Im damaligen Abdruck der Vereinschronik schloss diese mit folgenden Worten ab:
So ist in Hinsicht auf die Fahnenweihe zu hoffen, dass die Mitglieder des Vereins und die Dorfgemeinschaft noch enger verbunden werden. Möge es der Jugend genügend Ansporn geben, das bestehende Werk weiterzuführen, und dass der Verein durch Treue der Mitglieder leichte und schwere Zeiten übersteht, vereint unter der neuen Fahne mit dem Symbol des Vereins, den gekreuzten Gewehren mit dem Enzian, der Dorfkirche und dem Schützenhaus.
Mit dem Gedanken des Schützenspruchs auf der neuen Fahne:
„Wenn Treu und Glaube walten
bleibt der Verein erhalten“
wollen wir unser Fest vom 31. Juli bis 2. August 1992 feiern.
Verfasser: Hans Sing, Pfarrer und Seelsorger der Gemeinde Wilburgstetten
Vereinschronik von 1992 – 2027
…die Erweiterung und Ausarbeitung der Vereinschronik befindet sich gerade in der Arbeit und soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein, sodass diese rechtzeitig zum 75jährigen Jubiläum in Druck gehen kann.
Seien Sie also gespannt!